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23. März 2023

 

 

Eröffnung Saatbibliothek

 

Alte Hasen und mutige Anfänger trafen sich am Donnerstag zur Eröffnung der Saatbibliothek in der Iffothek des Renndorfes. Ihr gemeinsames Ansinnen: der Erhalt der Artenvielfalt der Nutzpflanzen. 

Eine gemeinsame Initiative der Fachstelle der öffentlichen Bibliotheken am Regierungspräsidium und des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) machen die Saatbibliothek möglich. Seit vier Jahrzehnten widmet sich der VEN der Aufgabe, altes Saatgut und die daraus wachsende Artenvielfalt zu erhalten und zu vermehren. Zum Zeitpunkt der Vereinsgründung waren nach UNO – Angaben bereits drei Viertel der alten Sorten verloren gegangen. Das Ziel der VEN ist es, diese Kulturgüter an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Seit Donnerstag hat sich die Iffezheimer Bibliothek der Aufgabe, alte Nutzpflanzensorten zu erhalten, angeschlossen und bietet Samen von Erbsen, Bohnen, Salaten und Tomaten zur Ausleihe an.  Wohlklingende Sorten wie „Primabella“, „Teufelsohr“, „Grüner Stern“ stehen, in kleine Tütchen verpackt, bereit.

Und schon kann sich der Alte Hase oder mutige Anfänger ans Werk machen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit dem Saatgut, der richtigen Zeitpunkte für das Pflanzen geben die beiliegenden Handzettel preis. Der Lohn für das Hegen und Pflegen sind die unübertroffenen  Aromen des selbst gezogenen Gemüses.

Nach neun Monaten Leihfrist ist es an der Zeit, daß der Gärtner sein selbst gezogenes Saatgut an die Bibliothek zurückgibt. Welche Frucht für das neue Saatgut ausgesucht wird und nicht für Genüsse sorgen darf, ist ebenso ausführlich beschrieben, wie die Schritte, den Samen fachgerecht zu gewinnen. Ein bis drei Tütchen mit je 25 Samenkörner sollen fein säuberlich beschriftet den Weg zurück in die Iffothek finden.

Bürgermeister Christian Schmid eröffnete, in Erinnerungen an Opas Garten schwelgend, die Saatbibliothek. Es sei im Sinne der Nachhaltigkeit, dieses Saatgut am Leben zu halten, ging er auf die Motivation zu diesem Schritt ein und stellte ihn in eine Reihe mit dem Iffezheimer Streuobstwiesenkonzept. Diese Traditionen zu erhalten, sei eine wichtige Aufgabe. Über die Saatleihe sollen die Kinder von klein auf für das Thema Selbstversorgung und Artenvielfalt sensibilisiert werden.

Die ersten Schritte machten am Nachmittag etwa dreißig begeisterte Kinder, die unter der fachkundigen Anleitung von den Vorständen der Initiativgruppe Naturschutz und dem Obst- und Gartenbauverein, Waltraud Godbarsen und Rüdiger Nold, sowie den Bibliotheksmitarbeitern gebrauchte Eierkartons und Eierschalen in Anzuchttöpfchen verwandelten. Sanft glitten die Samenkörner aus der Kinderhand auf Beete aus Anzuchterde oder Wattebäuschchen, wurden sachte mit Erde und teilweise mit Moos bedeckt und vorsichtig begossen.

Eine ganze Schar „Gartendetektive“ will die Bibliothek durch das Gartenjahr führen, berichtete Nora Radimersky. Die Zielgruppe seien Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren. Diese Altersspanne sei gewählt worden, da von den Detektiven in einem Gartenbuch das Erlebte, Gesehene und Genaschte festgehalten werden soll. Ein oder zwei Plätze seien in der Detektivgruppe noch frei, lud Frau Radimersky zum Mitmachen ein.

Getränke und Häppchen luden die Alten Hasen und mutigen Anfänger im Anschluss zum Fachsimpeln ein. Die Vorteile eines Hochbeetes für Gemüse aus dem Mittelmeerraum wurden dabei ebenso diskutiert, wie der beste Standort für die von der Krautfäule bedrohte Tomate. Die Ausführungen über gute und schlechte Nachbarn und noch viel mehr Tipps, ebneten den mutigen Anfängern den Weg zum Alten Hasen.

 

 

Euer Kommentar an Matthias

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