Tennisclub Iffezheim

Bilder TCI / Repro Matthias Greß

Bis Ende der Sechziger war der „Weiße Sport“ vornehmlich in den Städten präsent. Dort spielten auch die beiden Iffezheimer Edgar Leuchtner und Rudi Wendling, nämlich beim TC Lichtenau. Im Sommer und Herbst 1969 suchten und fanden sie 20 Gleichgesinnte, um den Tennissport in ihr Heimatdorf zu bringen. Im November '69 trafen sich diese zum ersten Mal und nahmen Kontakt mit dem Turnverein auf, um dort als eigene Abteilung unterzuschlüpfen. Dieser winkte jedoch ab.

Ein Jahr ging noch ins Land, bis genügend Engagierte gefunden waren, einen eigenen Verein aus der Taufe zu heben. Am 4. Dezember 1970 erblickte der Tennisclub Iffezheim im „Grünen Hof“ das Licht der Welt. Gründungspräsident und erster Vorsitzender wurde Edgar Leuchtner. Ihm stand Fritz Mohr als Vize zur Seite. Weiter fünf Iffezheimer der ersten Stunde komplettierten den Gründungsvorstand.

Hinten: Manfred Ell, Martin Jakob, Gerhard Weber, Arnold Kaluza, Stephanie Kaiser, Lothar Merkel
Vorn: Erwin Lorenz, Edgar Leuchtner, Rudi Wendling, Fritz Mohr

Das erste Training fand am 3. Januar des Folgejahres in der Festhalle statt. Geprobt wurde jeden Sonntagmorgen zunächst mit einem recht simplen Gerät: Einem Tennisball an einem Gummiband. Ende April wurde unter Leitung von Architekt Martin Jakob mit dem Bau zweier Tennisplätze an der Karlstraße, damals Ortsrand, begonnen, Diese konnten Mitte Mai an die mittlerweile 100 Mitglieder übergeben werden. Eine - später immer wieder erweiterte - Holzbaracke diente zunächst als Vereinsheim. Mit dieser neuen Trainingsmöglichkeit im Rücken, kam es am 1. August 1971 zum ersten freundschaftlichen Kräftemessen mit dem TC Haueneberstein. Karfreitag 1972 wurden weitere zwei Plätze in Betrieb genommen, denen 1975 ein Allwetterplatz mit Gummibelag folgte.

Ein Jahr zuvor war der Tennisclub mit einer Damen- und zwei Herrenmannschaften in die Verbandsrunde eingestiegen. 1979 wurde die erste Meistermannschaft gekürt, der bei 75 trainierenden Jugendlichen um den Nachwuchs nicht bange sein mußte.

Mit der Wahl Hubert Schäfers zum 1. Vorsitzenden wurde eine Ära eingeläutet, die bis heute andauert. 36 Jahre steht Hubert Schäfer heute am Steuer des Vereinsschiffes. Unter seiner Regie wandelte sich der „Weiße Sport“ vom städtischen Club auf dem Land mit über 50 Prozent auswärtiger Mitglieder zum Dorfverein. Die Erfolge von Boris Becker und Steffi Graf taten ein Übriges den Tennissport populär zu machen.

Großes Bangen herrschte, als rund um das Vereinsgelände das Neubaugebiet „Gute Morgenmatt“ entstand. Muß der Verein weg? Eine Gesetzesänderung ließ Sportanlagen in Wohngebieten zu und so machte sich der Verein daran, das Gelände komplett umzugestalten. Der persönliche und finanzielle Eigenbeitrag der Mitglieder ließ rechtzeitig zum Saisonbeginn 1992 die Bauarbeiten enden. Sechs Plätze standen nun zur Verfügung. Auf die Fertigstellung des Clubhauses galt es noch ein paar Augenblicke zu warten. Mit vier Erwachsenen- und zwei Jugendmannschaften war der Tennisclub zu jener Zeit in der Verbandsrunde aktiv.

Zur Jahrtausendwende trumpfte die Jugend des Tennisclubs auf und erspielte sich zahlreiche Meistertitel und Pokale bis hin zur Teilnahme an den Badischen Meisterschaften. Auch bei den Erwachsenen lief es nicht schlecht: Die Herren stiegen in die 2. Bezirksliga auf. Ein Erfolg, der 2009 und auch 2015 wiederholt wurde, von wo aus es ein Jahr später in die erste Bezirksliga ging.

Im  Herbst 2019 wurde mit der Sanierung der Tennisanlage begonnen. Die Corona-Pandemie verzögerte die Bauarbeiten, die teilweise eingestellt werden mußten oder nur in kleinen Gruppen stattfinden konnten. Dennoch fanden die Arbeiten im November ein Ende und der Tennisclub kann zu seinem 50. Geburtstag stolz auf seine, in neuem Glanze erstrahlende,  Anlage blicken.

 

 

 

 

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