16. Januar 2026

 
 

Prunksitzung 2026

 

 

Zum zweiten Mal feierte der Iffezheimer Carnevals Club (ICC) seine Prunksitzung auf der Bénazet - Tribüne der Rennbahn. Für einige Stunden ließen die Zuschauer die nicht wenigen Sorgen des Alltags hinter sich, so wie es sich ICC - Präsident Holger Deutschmann in seiner Begrüßung gewünscht hatte. Der diesjährigen Jahresorden vergleicht die Fluktuation bei den Rathausmitarbeitern mit einem Karussell auf dem Rummel.

Die Profi – Einheizer des Fanfarenzuges Iffezheim (FZI) sorgten gleich zu Beginn der Sitzung für ausgelassene Stimmung. Bei dem ABBA –  Medley um die „Dancing Queen“ und „Mamma Mia“ hielt es keinen der Zuhörer mehr auf seinem Stuhl. Stimmungslieder und Schlager heizten die Stimmung weiter an, so daß manch Butterfly über den Wolken sein leckeres Essen auf dem Teller vergaß.

 

 
 

 
 

 

Auf ihrer Reise mit der vor Pünktlichkeit strotzenden  Deutschen Bahn hatte die Familie Zoller (Rüdiger, Beate und Tochter Jessica) alle Zeit der Welt, sich die kleine und große Politik im Narrenspiegel zu betrachten: „Thank you for travelling with Deutsche Bahn!“

Im „Lobberle“ umkurvten sie die Stahlwand an der Hügelsheimer Straße, für welche niemand verantwortlich sein will und thematisierten die Festhalle ebenso wie das Personalkarussell im Rathaus. Die „fahrplanlose“ Bundesregierung bekam ebenso ihr Fett weg, wie das fremdenfeindliche „Stadtbild“ von Bundeskanzler Merz. Es gebe kein negatives Adjektiv, das nicht auf Donald Trump passe. Niemand ziehe auf dessen Weg zur Autokratie die Notbremse. Zum Ende ihrer Reise wünschten sich die Zollers eine Bahn wie in der Schweiz: Sauber und pünktlich.

Am Anfang stand die „Karnevalsmaus“. Daraus formten die Trainerinnen Jolanda Merkel und Tina Duchet mit der ICC – Minigarde ein mitreißendes Katz – und Mausspiel. Liebevoll führten  die Kleinen die Kleinsten ab und an in die Choreographie zurück und zeigten Höchstleistungen auf zwei, äh, vier Pfoten.

Alles fließt, so das Motto der als Bademeister, Schleusenwärter und Loreley auftretende Familie Freund (Vater Andreas und die Söhne Benjamin und Jonathan). Sie folgten dem Rhein hinab durch alle Fastnachts - und Karnevalshochburgen und fanden dabei den Schatz der Nibelungen: das Dörfchen Iffezheim. Seine Kirche St. Birgitta überstrahle selbst das Straßburger Münster und den Dom zu Köln. Das Dorf sei so reich, daß es eine Festhalle zum Erhalt der Fledermäuse habe. Sein Kleintierzuchtverein so erfolgreich, daß selbst Trump und Merz um Eier anstünden. Lediglich in der Ökumene sei Iffezheim nicht so erfolgreich. Die Drei lüfteten auch das Geheimnis um das Kürzel „CMB“ an den Iffzer Haustüren: „Christian möchte Bürgermeister“.

Traditionelles und modernes Repertoire zeigten die beiden Tanzmariechen Emmi König und Majla Schmidt.

Ehrenpräsident Daniel Haas feierte als Robin Hood sein Debüt in der Bütt. Er pirschte dabei aber nicht durch die Pfade Sherwood Forrests's, sondern durch die Gassen Iffezheims und lugte um die Ecken, um der Fehltritte der Iffzer habhaft zu werden. Dabei stieß er auf ohne Freundin heimwärts wankende Hornbläser, per GPS vermeintlich entlarvte Diebe, die lediglich Fundsachen sicher stellten, Kindersitze entführende Saugroboter statt Hexenbesen und Polizeiwagen verriegelnde Kleinkinder.

Im Eiltempo flitzte die ICC – Showtanzgruppe Bailamos durch das Wunderland. Alice, Grinsekatze, der verrückte Hutmacher, Kaninchen, Herzkönigin und Herzbube verzauberten ebenso schnell das begeisterte Publikum.

Bereits als nach der Pause die ersten Trommelschläge des Fanfarenzuges ertönten sprangen die Ersten von den Sitzen und klatschten den Rhythmus mit. Mit der Iffezheimer Hymne hatten die Fanfaren dann im Nu den ganzen Saal eingenommen, der sich gerne völlig losgelöst von der Erde in die Hölle schicken ließ.

Wie lange muß ich High – Heels - Stolzieren üben, um vor Heidi Klum zu bestehen, wie lange meine Stimme trainieren, um Dieter Bohlen zu imponieren oder komme ich mit meinem Steckenpferd zu olympischen Ehren? Diese Fragen entzweiten „Das etwas andere Dreigestirn“ (Leni Berner, Emmi König, Majla Schmidt) und führten zu weiteren Fragen wie „Wann hört Gesang auf und fängt Körperverletzung an?“, bei denen das Dreigestirn ungehemmt alle Register seines Können zog. Letztendlich drehte das prämierte Trio dem TV – Geschwurbel den Rücken und versprach, dem ICC treu zu bleiben.

Die „Dance Company“ lockte das Publikum über den großen Teich in das Land des Country und Line Dance.

Dieses Jahr solo betrat Mark Schwander als Bauchredner mit seiner Handpuppe „Frieda“ (Stimme Amandine Bochanek) die Bühne und kalauerte über das Multitasking der Frauen, das zu Parken auf zwei Parkplätzen gleichzeitig führe, intelligente Frauenwitze, das zulässige Gesamtgewicht des Elferrates und schlechte Bauchredner.

Die Musikgruppe Mundwerk konstatierte: „Man lebt nur einmal“ und machte die Nacht zum Tag. Nach ihrem „Querbeet – Medley“ durften sie erst nach weiteren zwei Zugaben von der Bühne.

Ihr 33. Bühnenjubiläum feierte das Männerballett in den Varietés der französischen Hauptstadt Paris. Von „Cabaret“ über „Lady Marmalade“ bis „You can leave your Hat on“ reichte das Potpourri, mit dem die „Schwersten Elfen des Universums“ ihren Geburtstag feierten.

 

 
 
Euer Kommentar an Matthias

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