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05. November 2022

 

 

Mundart und Musik

Nach zwei Jahren Pause babbelt es wieder

Mal spöttisch, mal sarkastisch, mal ironisch, mal um die Ecke gedacht, jedoch nie verletzend und immer humorvoll und das Zwerchfell der Zuhörer kitzelnd, präsentierte Thomas Heitlinger seine Geschichten und Mehrzeiler einem begeisterten Publikum. 

Eröffnet wurde der Abend von den Iffezheimer Dorfmusikanten im Marsch- und Dreivierteltakt. Bei Schlagerstücken, wie „Jasmin“ oder „Sierra Madre del sur“,  wurde die Kapelle gesanglich von Manfred Heitz begleitet. Die Musik riss die Besucher in der Pause von den Sitzen und ließ sie das Tanzbein schwingen.

Thomas Heitlinger und sein Publikum lagen sofort auf gleicher Welle. Kein Wunder, babbelte er doch badisch wie die allermeisten der die  Aula der Maria – Gress - Schule fast bis auf den letzten Platz füllenden Zuhörer. Daher war es für sie auch kein Problem die Zeitansagen „Dreiviertel Viere“, „Viertel nach Halb“, „Halbe Stunde nach Viertel“ einzuordnen, mit denen Heitlinger einem Auswärtigen rechtzeitig zum Zug verhelfen wollte.

Oder wie es ist, wenn man Morgens vom Bäcker mit der Gugg mit Wegg weg geht und nur einmal kurz weg guggt und dann die Weggugg weg ist.

Kohlrabenschwarz wurde es bei der Geschichte um den dank „Unkraut-Ex“ wiedererlangten Spaß  im heimischen Garten. Machte es doch für nur ein paar Pfennige neben dem lästigen Ungeziefer,  wohldosiert auch den Schnecken, Wühlmäusen, Maulwürfen, Katzen, Nachbars Hund und diesem höchstpersönlich - im Viertele kredenzt - den Garaus.

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Selbstredend geriet das Spannungsfeld zwischen Ehemann und Ehefrau ins Visier des Badeners. Sei es nun der Zeitunterschied und der mehr oder minder bescheidene Erfolg bei der Erledigung der notwendigen Einkäufe, die Ignoranz gegenüber dem Werk des Damencoiffeurs oder die mutwillige Änderung der seit Jahrzehnten feststehenden sonntäglichen Menüfolge. Eben halt all jenes, was sich in den den Jahren der „Dauerhaft“ zwischen Frau und Mann ereignet.

Wenn zu Zeiten Coronas, Er, Sie und die Kinder sich in Jogginghosen zu Hause fläzen, möge die vermeintlich sportliche Familie auch nur Ritter SPORT zugetan sein, analysierte Heitlinger messerscharf. Ebenso vernarrt in die süße Kakaomasse war die liebe Oma, die von ihrem Enkel mit Adventskalendern so überhäuft wurde, daß sie zu jeder Stunde der Adventstage ein Türchen öffnen konnte. Daß ein Bankraub am Weltspartag den Beutebeutel nicht mit Scheinen, sondern Werbegeschenken füllt, dürfte sich nach diesem Abend im Bewußtsein der Zuhörer ebenso verankert haben, wie die Tatsache, daß sich Karnickel nicht zum Bestechen der kleinlichen Lehrerschaft eignen.

Auch mit der Legende der Stadtgründung Karlsruhes räumte Thomas Heitlinger auf. Sicher habe der dem Alkohol zugetane Frauenheld Karl-Wilhelm damals den Anschluß an die Jagdgesellschaft verloren und sich im Hardtwald verlaufen und sei benebelt eingeschlafen. Der eigentliche Sinn der Stadtgründung sei jedoch gewesen, alle Straßen so auszurichten, daß der angesäuselte Markgraf immer auf geraden Wege ins Schloß zurück fände, erläuterte der Spötter dem lachenden Publikum. Die Pyramide am Marktplatz sei eigens für das Gemächte des zig-fachen Vaters unehelicher Kinbder errichtet worden, setzte er noch Einen obendrauf.

Die Zeit mit Musik und Humor verging im Flug und alle waren sich einig: Gerne wieder!

 

 

 

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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