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19. Juli 2021

 

 

Ratssitzung 19. Juli 2021

 

Keine ganze 100 Tage nachdem die Baden Galopp Gmbh & Co, KG die Iffezheimer Rennbahn als Pächter übernommen hat, erstattete der geschäftsführende Gesellschafter, Stephan Buchner, gut gelaunt dem Gemeinderat in freier Rede Bericht über die ersten Wochen auf der Bahn und gab einen Ausblick auf die Große Woche. 

Bald laufen sie wieder

Noch immer begeistert von der schnellen Abwicklung berichtete Buchner, daß der Erstkontakt Mitte Januar stattgefunden habe und nach der Vorstellung am 1. März bereits am 26.03. der Vertrag unterzeichnet worden sei. Am 01. April, dem Gründonnerstag, sei das 163 Jahre alte Start-Up an den Start gegangen, ohne E-Mail-Adresse, ohne Visitenkarten. Im Büro nur er und Patricia Rotering und auf dem Grün drei ehemalige Mitarbeiter von Baden – Racing, welche mit der Anlage bestens vertraut sind. Zur Mannschaft stießen im Verlauf der ersten Monate Celina Zindler, welche ihre Ausbildung bei Baden Racing absolviert hatte und für die Drittveranstaltungen wie die DiGa zuständig ist, und ein weiterer Mann für's Grüne. Da er seinen Lebensunterhalt als Rechtsanwalt verdiene, habe er sein Geschäftsführergehalt reduziert. Zusammen mit einer klein gehaltenen Mannschaft, konnten so 200 000 Euro Personalkosten eingespart werden. In den vergangenen Wochen seien viele Gespräche mit Sponsoren geführt worden, berichtete Buchner, wobei auch neue Sponsoren gefunden worden seien. Bucher zeigte sich sehr überrascht über das positive Echo in der Region, wozu auch sicherlich die guten Kontakte Patricia Roterings beigetragen hätten, schätzte er ein.

Auch im Weiteren setzt der Chef - der alle Zügel in der Hand hält, wie er auf der Webseite von Baden Galopp (badengalopp,de) schreibt – auf bewährtes Personal. Die Parkwache Fuchs wird wieder kontrollieren und die Firma Kling-Huber-Eventservice die Verpflegung auf dem Gelände übernehmen, was sie bereits als Subunternehmer von Brandau Catering getan hatte. Nicht ganz neu im Geschäft ist die Cateringfirma Gaul, welche die Bénazet – Tribüne betreiben  wird. Sie bewirtschaftet unter anderem die Messe Karlsruhe und war bereits für eine Messe auf  dem Rennbahngelände engagiert.

Ein großes Fragezeichen steht hinter der Besucherzahl der Großen Woche, ging Bucher auf das Thema ein, wo ihm am meisten der Schuh drückte. Zu dem ausgearbeiteten Hygienekonzept gehöre unter anderem, daß die Tickets online ab 2. August verkauft würden. Eine Tageskasse sei wenig wahrscheinlich, weil auf dem digitalen Weg die Kontaktverfolgung besser sei. Sollte das Hygienekonzept genehmigt werden, könnten je Renntag 8 – 10 000 Zuschauer auf das Rennbahngelände. Voraussetzung seien allerdings die 3 Gs und die Maskenpflicht, erläuterte der Geschäftsführer.

Daß die Große Woche nicht unter der Woche starten könne, sei ihm gleich klar gewesen, weshalb er zu den drei anfänglich geplanten, den traditionellen letzten Augustsonntag mit auf  die Karte genommen hatte. Drei der vier Renntage sind PMU – Renntage, welche daher früh anfangen müßten, aber sichere Einnahmen garantierten, ging Buchner auf das sportliche Geschehen ein. Er habe die Absicht, dem Besucher genau so viele Rennen anzubieten, wie an einer sechstägigen Rennwoche. Daher würden an den ersten beiden Tagen 11 Rennen und an den beiden anderen 12 Rennen gestartet werden. Für den Pferdefreund bedeuten dies anstrengende, aber erfüllte Renntage von 10 Uhr früh bis 6 Uhr abends. An jedem Tag werden Gruppen- und Listenrennen gelaufen. Sportlich bessere Renntage könne man sich nicht ausdenken, so Buchner.

Als Super Gau malte Buchner aus, daß kurz vor der Großen Woche der Inzidenzwert über 35 steigen würde und nur 500 Personen auf die Bahn dürften und alle gekauften Tickets zurück erstattet werden müßten.

In den anstehenden sechs Wochen gebe es noch viel zu tun, so Buchner, er hoffe auf vier schöne Renntage mit gutem Besuch. Auf die Frage von Béatrice Müller (FWG) nach privaten Veranstaltungen, berichtete Buchner von drei fixen Terminen und mehreren Anfragen. Es läge eine Preisliste auf. Wie mit der Gemeinde ausgemacht, erhielten Iffezheimer Bürger Sonderkonditionen. Bei der Frage nach Kinderangeboten, zeigte sich Stephan Büchner zurückhaltend. Dieses Jahr werde es keine geben, weil die Zeit für die Planung zu knapp sei. Selbst der Kindergarten bliebe auf Grund des Zustandes der Spielgeräte geschlossen. Grundsätzlich sei sein Ansinnen eher, die Kinder für den Rennsport zu begeistern, als sie abzugeben.

Renntage der Großen Woche: Sonntag 29. August; Mittwoch 1. September; Samstag 4. September und Sonntag 4. September.

Mit gemischten Gefühlen folgte der Iffezheimer Rat den Ausführungen des Vertreters von „Unsere Grüne Glasfaser“ zu deren Angebot, die Renngemeinde flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. Mit zwei Gegenstimmen und bei einer Enthaltung stimmte der Rat der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen Investor und Gemeinde zu.

„Unsere Grüne Glasfaser“ (UUG), stellte deren Vertreter Herr Pauli vor, sei ein Gemeinschaftsuntenrehmen der Allinaz Versicherungsgruppe, als Geldgeber und der Telefonica, als Technologiepartner. Zie lder Kooperation sei der massive Ausbau des Glasfasernetzes im ländlichen Raum (Gemeinde mit unter 10 000 Einwohnern). Obwohl nach Telekommunikationsgesetz die UUG auch ohne Zustimmung der jeweiligen Gemeinde die Anschlüsse verlegen könnte, warb Pauli um die Zustimmung der Ratsmitglieder zu der Absichtserklärung als Zeichen des gegenseitigen Respektes. Diese bindet die Gemeinde für zwei Jahre keine Kontakte mit anderen Glasfasernetzbetreiber zu forcieren. Auf die Gemeinde werden keine Kosten für den Ausbau zukommen, versicherte Pauli.

Pauli, der sich der Zustimmung des Rates sicher war, versprach, daß nach einer höchstens zweimonatigen Genehmigungsphase, innerhalb eines Jahres die Bevölkerung mit schnellen Internet versorgt sei. Auf die Frage, ob tatsächlich alle Straßen versorgt würden, oder nur finanziell attraktive, gab es kein eindeutiges „Ja“, sondern den Verweis auf den bei der Gemeinde liegenden Anschlußplan. Zwar wird das Netz als offenes Netz konzipiert, sprich, auch andere Internetanbieter können zu den von der Bundesnetzagentur festgelegten Preisen das Netz nutzen. Ein wenig geriet der Vortrag dennoch zur Werbeveranstaltung für den Telefonica Internet- und Mobilfunkdienst O2 . Dessen Kunden werden den Hausanschluß kostenlos nutzen können, Kunden anderer Internetanbieter oder Hausbesitzer, welche zunächst nur den Glasfaseranschluß haben möchten, um zukunftssicher zu sein oder den Marktwert ihrer Immobilie steigern möchten, müssen bis zu einer Hausanschlußlänge von 15 Metern 535 Euro berappen. Der Hausanschluß werde im Rahmen der Bauarbeiten nur gelegt, wenn der jeweilige Hausbesitzer dies vorher anmelde, führte Pauli weiter aus.

Auf die Nachfrage von Martin Schäfer (FWG), gestand Pauli, daß es derzeit außer O2  keine weiteren Internetanbieter gebe. Es liefen Verhandlungen mit Vodafone und Telekom, deren Abschluß jedoch noch nicht absehbar seien. Die Gemeinde werde keine zusätzlichen Einnahmen in Form von Konzessionsabgaben haben, lautete die Antwort auf die Frage von Harald Schäfer (SPD). Auf Nachhaken von Berthold Leuchtner (CDU) informierte Pauli,  daß UGG mit 50 Gemeinden in Verhandlung stünde und in 20 Orten bauen würde, darunter das benachbarte Rheinmünster. Ob die Baukapazitäten UUGs für die Menge an Vorhaben ausreiche, war hierzu die Nachfrage Daniel Haas' (SPD). Die Firma habe zu Beginn des Jahres genug Kapazitäten bei den 6-7 Spezialfirmen eingekauft, versicherte Pauli, welche derzeit nicht ausgeschöpft würden.

Wegen der langen Lieferzeit von 14 Wochen für die neuen Urnenstelen mit jeweils 16 Kammern stimmte der Rat trotz ungeklärter Fragen über die Zuwege einstimmig für die Anschaffung und Aufstellung zweier Urnenstelen bei der ortsansäßigen Firma Kronimus zu 36 140 Euro. Die Frage der Wege zu und um die Stele sollen dann vor Ort gelöst werden, versprach Bürgermeister Christian Schmid. Ebenso einstimmig vergab der Rat Mittel zur Ersatzbeschaffung von Servern und Zubehör für die Gemeindeverwaltung. Die auszutauschenden Server wird die Firma RBI aus Rheinstetten für 28 887 Euro liefern. Rund 4 000 Euro wird die über den Rahmenvertragspartner Comparex zu beschaffende Software kosten. Komm.One wird als DV - Dienstleister für etwa 12 000 Euro die Daten überspielen.

Etwas teuer als geplant wird der Darlehensanteil der Gemeinde für den Eigenbetrieb Glasfaser des Landkreises. Die zweite Tranche wird mit 363 138 Euro um 23 138 Euro höher als geplant.

Einstimmig befürwortete der Rat die neuen Gebührensätze de Verwaltungsgemeinschaft Rastatt, Iffezheim, Ötigheim und Steinmauern.

Ein feines Lächeln zog sich über die Gesichter der Räte, als Kämmerer Stephan Sax die aktuellen Quartalszahlen vorlegte. Diese wiesen ein deutliches Plus von 150 000 Euro bei der Gewerbesteuer auf, was die Krisenfestigkeit der Iffezheimer Wirtschaft unterstreiche, so Sax. Dazu kämen 50 000 Euro mehr aus der Kiespacht und zusätzliche 34 000 Euro aus Schlüsselzuweisungen. Mit weiteren 100 000 Euro aus dem pandemiebedingten baden-württembergischen „Kommunalpaket 2021“ in Höhe von 587 Millionen Euro rechnet Sax. Die Ausgaben der Gemeinde seien jedoch pandemiebedingt ebenfalls gestiegen, da beispielsweise die Elternbeiträge für die Kindergärten übernommen wurden. In Summe reduziert sich das Gesamtergebnis von einem geplanten Minus von 1,05 Millionen Euro auf 842 000 Euro. Die Liquidität der Gemeinde sei gesichert. Bei den Eigenbetrieben der Wasserver- und Entsorgung gebe es keine Änderung, schloß der Herr über die Finanzen seine Quartalsbericht.

Bertold Leuchtner erinnerte die Verwaltung an den Vorschlag der CDU – Fraktion eine Klausurtagung über die Haushaltsstruktur einzuberufen.

 

Bürgermeister Christian Schmid informierte den Rat über den eingegangenen Förderbescheid für die Aufbereitung des Trinkwasser der Gemeinde in Höhe von 338 000 Euro. Mit der gleichen Summe sei die Gemeinde Hügelsheim bedacht worden. Beide Tranchen flößen in den gemeinsamen Zweckverband. Die feierliche Übergabe der Wasserleitung sei aktuell für den 28. September geplant.

Die wegen des Dauerregens verschobenen Markierungsarbeiten der Parkplätze seien auf Mitte August verschoben, informierte Schmid. Daniel Haas (SPD) bemängelte, daß im Industriegebiet vorgesehen sei, LKW – Parkplätze bis in den Kurvenbereich zu legen, wo doch jedem aus seiner Fahrschulzeit die Fünfmeterregelung fest in Erinnerung sei. Er regte an, diesbezüglich die Planung nochmals zu hinterfragen, zumal diese darüber hinaus die freie Zufahrt zu Grundstückseinfahrten behindere.

Joachim Huber (CDU) fragte an, ob die Beschaffung von Luftfiltern für die Schulen geplant sei, um nach den Sommerferien einen Präsenzunterricht gewährleisten zu können. Bürgermeister Schmid war einer Anschaffung von Luftfilter nicht angetan. Ihm lägen mehrere Studien vor, welche Luftfilter nur in der Ausnahmesituation, daß das Klassenzimmer schlecht belüftbar sei, empfohlen  würden. Es ginge nichts über das Lüften. In der Grundschule seien alle Zimmer gut belüftbar. Dort habe man gute Erfahrungen mit den angeschafften CO2  - Ampeln gemacht, wie ihm Schulleitung und Kollegium bestätigt hätten.

Harald Schäfer (SPD) regte aus den aktuell gemachten Erfahrungen in der Hochwasserkatastrophe an, die aus ästhetischen Gründen vom Rathausdach entfernte Sirene wieder zu errichten, um die Bürger auch bei Strom- und Netzausfall warnen zu können. In diesem Zusammenhang informierte die Hauptamtsleiterin Ramona Schuh, daß der „Gefahrenabwehrplan“ kurz vor der Vollendung stünde.

Auf Anregung vom Martin Schäfer (FWG) weist die Verwaltung ausdrücklich darauf hin, daß das auf Donnerstag, den 29. Juli 2021, angesetzte Seniorenkino am Sportplatz nicht nur für Geimpfte und Genese, sondern auch für aktuell negativ Getestete geöffnet sei. Ein Test am Zelt sei nicht möglich. Das Mobile Testzentrum Mittelbaden bietet Testmöglichkeiten am Montag davor von  17 bis 20 Uhr im Hotel de Charme „Zum Schiff“. Diese Tests sind 24 Stunden gültig und reichen somit für den Kinobesuch am Dienstagmorgen aus.

 

 

 

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