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30. August 2021

 

 

Große Woche Tag 2

Baden Galopp

Imponierender Erfolg des Nachwuchsgaloppers im Renate-und-Albrecht-Woeste-Zukunftsrennen

Knapp drei Jahre nach dem Tod von Graciano Rocchigiani „boxte“ sich ein anderer Rocchigiani durch: Der nach dem legendären Boxer benannte Nachwuchsgalopper gewann am Mittwoch das Renate-und-Albrecht-Woeste-Zukunftsrennen auf der Rennbahn Iffezheim. Das Gruppe-III-Rennen über 1400 Meter am zweiten Tag der Großen Woche 2021 in Baden-Baden war mit 50.000 Euro dotiert.

Der von Peter Schiergen in Köln für den Stall Domstadt von Unternehmensberater Till Grewe trainierte Hengst imponierte im ersten Rennen für die zweijährigen Galopper 2021 mit anderthalb Längen Vorsprung vor Arnis Master und Calif. Vierter wurde Rosenart vor dem enttäuschenden englischen Favoriten Qipao.

Rocchigiani, der als 4,8:1-Mitfavorit nach nun zwei Starts ungeschlagen bleibt und hier 30.000 Euro verdiente, setzte sich aus dem Vorderfeld auf der Zielgeraden locker von seinen Konkurrenten ab. Schon deutlich vor dem Ziel stand der Sieg fest – in einer Prüfung, die erstmals von Albrecht Woeste, dem Ehrenpräsidenten des Dachverbandes Deutscher Galopp e.V., Köln, und seiner Ehefrau Renate gesponsert wurde.

„Wir waren schon sehr angespannt, da Rocchigiani einer der Mitfavoriten war, und er ließ sich auch Zeit, seine Startbox zu beziehen. Aber wir waren sehr optimistisch, da auch der Trainer viel Mumm hatte. Nun sind wir happy“, versicherte Besitzer Till Grewe. Grewe, der mit Rocchigianis Bruder Ross und dem „Kultpferd“ Egon schon sehr gute Galopper sein eigen nannte, ist auch Züchter des Time Test-Sohnes.

Weitere Stimmen der Beteiligten:

Bauyrzhan Murzabayev, Jockey des Siegers Rocchigiani: „Der Sieg war sehr leicht. Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Rocchigiani ist ein junges Pferd mit sehr viel Potenzial. Ich bin überglücklich.“

Peter Schiergen, Trainer des Siegers Rocchigiani: „Bei seinem Debüt in Mülheim hatte ich sogar noch eine stärkere Vorstellung erwartet; heute hat er gezeigt, was er kann. Ich war an der Startmaschine dabei, wo er etwas Zeit brauchte. Im Rennen lief alles glatt. Er könnte im Preis-des-Winterfavoriten oder am Arc-Wochenende in Paris laufen.“

Axel Kleinkorres, Trainer des Zweitplatzierten Arnis Master: „Von hinten ist es schon etwas schwierig, in solch einem Rennen vorne zu sein. Aber seine Vorstellung war sehr gut, damit können wir wirklich leben.“ 

Helmut Kappes, Manager des Zweitplatzierten Arnis Master: „Er musste erst langsam ins Rennen finden, dann entwickelte er eine hohe Endgeschwindigkeit. Wenn er etwas früher freie Bahn gehabt hätte, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Aber wir sind sehr zufrieden.“ 

Dominik Moser, Trainer des Drittplatzierten Calif: „Das war wieder ein sehr guter Ritt von Wladimir Panov. Calif ist noch etwas unreif, doch die Leistung kann sich sehen lassen.“ 

Joe Fanning, Jockey des Fünftplatzierten Qipao: „Noch an der letzten Ecke hatte ich ein gutes Gefühl, aber auf dem letzten Stück war der Akku leer. Ich bin sehr enttäuscht.“

Mendocino brilliert im Preis der BBAG-Jährlingsauktion 

Baden-Baden/Iffezheim, 1. September 2021 (MH). Traumergebnis für das Gestüt Brümmerhof, die bei Soltau in der Lüneburger Heide beheimatete Zuchtstätte von Deutschlands Wunderstute Danedream: Im Coolmore-Stud-Baden-Baden-Cup landete das Gestüt von Gregor und Julia Baum am Mittwoch einen Doppelerfolg. Überraschungssiegerin wurde Libre unter Jockey Wladimir Panov; für die Favoritin Marshmallow reichte es unter Bauyrzhan Murzabayev zu Platz zwei. 

Vor 5.123 Zuschauern auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim stürmte die dreijährige Stute Libre als 9,6:1-Außenseiterin vom letzten Platz im siebenköpfigen Feld sicher mit einer Länge Vorsprung zum mit 14.000 Euro honorierten Sieg.

In dem Stutenrennen erkämpfte die Französin Kid Conte mit einer großen Aufholjagd Rang drei gegen die lange führende Schwedin Victoria Placa. Diese wurde von Marshmallow im Endkampf leicht irritiert; ein Protest des Besitzers wurde von der Rennleitung jedoch zurückgewiesen.

„Wir hatten immer eine sehr gute Meinung von Libre. Sie war ja Vierte in den klassischen 1.000 Guineas“, sagte Besitzer Gregor Baum: „Aber sie wurde zweimal zu offensiv geritten.“ Jockey Wladimir Panov ergänzte: „Bei Libre spielt die Taktik eine große Rolle, da man auf ihren starken Speed setzen muss, was in ihren letzten beiden Rennen nicht der Fall war. Trainer Dominik Moser aus Hannover meinte: „Libre war zuletzt sehr schnell aus der Startmaschine gekommen. Heute haben wir die Strategie verändert und sie aus der Reserve reiten lassen. Nächste Woche besprechen wir die weiteren Pläne.“

Mendocino erfüllt die hohen Erwartungen

58.000 Euro hatte der Stall Salzburg des Freilassinger Schlafmöbel-Unternehmers Hans-Gerd Wernicke einst bei der BBAG für den vom Gestüt Brümmerhof gezogenen Adlerflug-Sohn Mendocino bezahlt. Lange schien der dreijährige Hengst aus dem Münchener Quartier von Sarah Steinberg ein Kandidat für das Derby zu sein, doch er verpasste knapp die Qualifikation für das Rennen des Jahres. Jetzt stürmte der 3,1:1-Favorit mit Jockey René Piechulek mit eindreiviertel Längen Vorsprung klar zum Erfolg im Preis der BBAG-Jährlingsauktion – Auktionsrennen (die diesjährige Top-Versteigerung im deutschen Galopprennsport steigt am Freitag auf der Rennbahn in Iffezheim).

In dem mit 52.000 Euro dotierten 2400-Meter-Rennen verwies Mendocino die Stute Istoria und den Hengst Aff un zo auf die Plätze zwei und drei. „Mendocino stand hier sehr günstig im Rennen und musste gewinnen“, erzählte Racing Manager Harald Schneider. „Das große Ziel ist der Große Preis von Bayern im November in München.“ Jockey René Piechulek sagte: „Er ist ein Riesenkämpfer und packte aus einer tollen Lage heraus immer wieder an.“

Üerschattet wurden das Rennen und der Renntag von einer plötzlichen Verletzung des Mitfavoriten Imi, dem Drittplatzierten des Hamburger Derbys vor wenigen Wochen. Stephan Buchner, Geschäftsführer der Baden Galopp GmbH & Co. KG: „Es ist ein Schock – und wir wissen nicht, was passiert ist. Es war kein Unfall, kein Fremdverschulden, es passierte im ganz normalen Galopp etwa in der Mitte des Rennens.“ Jockey Bauyrzhan Murzabayev hielt das Tier umgehend an. Die Diagnose ‚Bruch‘ machte das Einschläfern unumgänglich. Baden Galopp trauert mit den Besitzern, dem Team und allen Pferdefreunden.

Fuhrmann-Dreierwette

Mit rekordverdächtigen sechs Pferden griff Trainer Frank Fuhrmann im Neue-Welle-Auftaktrennen an. Am Ende des 1000-Meter-Sprints stellte der Coach aus Möser die drei Erstplatzierten: Rollicking (Quote: 14,7:1) mit Jockey Jozef Bojko Sieger sowie Jungle Spirit und Circuskind auf Rang zwei und drei. „In Baden-Baden habe ich das noch nie geschafft“, berichtete Fuhrmann stolz.

Geschwister gewinnen beide

Das Champion-Team aus Jockey Andrasch Starke und Trainer Henk Grewe gab sich im Sea-The-Moon-Rennen für zweijährige Pferde über 1.600 Meter keine Blöße: Gegen Airfield und Said brachte Manolas zur lukrativen Quote von 8,2:1 einen sicheren Vorsprung nach Hause und feierte seinen ersten Sieg. „Beim ersten Start war die Strecke für ihn zu kurz, die 1.600 Meter heute passten ihr besser. Er hat ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, beschrieb Starke den 9.500 Euro-Kauf auf der BBAG-Auktion. 

Mit der dreijährigen Stute Morning Eagle (3,6:1) landete das Team Andrasch Starke/Henk Grewe im Preis vom Gestüt IDEE eine halbe Stunde später den nächsten Treffer: Die Siegerin über 2.200 Meter ist eine Halbschwester von Manolas; beide stammen aus der Zucht der Familie Baumgarten. Die Besitzerin von Morning Eagle ist die Besitzergemeinschaft „Club Rose“ – sie besteht ausschließlich aus Frauen. 

Klassische Siegerin Lancade ist wieder da 

2019 hatte Stall Raffelbergs Lancade die klassischen 1000 Guineas in Düsseldorf gewonnen, doch anschließend war der von Yasmin Almenräder in Mülheim trainierten Stute nicht mehr viel gelungen. Das Fun.Wettstar.de-Rennen über 1.800 Meter war nun eine Aufgabe, die die 2:1-Favoritin vor dem weiteren früheren Gruppesieger Wonnemond souverän löste. 

Der 19-jährige Robin Haedens holte sich den Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV über 1800 Meter) auf Nanino Chardonnay. 

Mit einer kleinen Sensation klang der Renntag aus: Im Preis von Baden Galopp über 2400 Meter hatte wohl niemand mit der Reihenfolge Vicinius unter Reiter Leon Wolf (Quote: 20,3:1) vor Larox, Go West und Laro gerechnet. Weder Dreier- noch Viererwette wurden getroffen. So wird es am Finalsonntag der Großen Woche zwei Jackpots geben mit 20.956 Euro in der Viererwette und 7.925 Euro in der Dreierwette. Der Gesamtumsatz nach den elf Prüfungen am zweiten Tag der Großen Woche betrug 463.663,13 Euro.

 

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