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26. August 2021

 

 

Große Woche Tag 1

Baden Galopp

Tabera gewinnt Gruppen-Rennen

Große Freude bei allen Turffreunden - die Rennsaison 2021 auf der Galopprennbahn Baden-Baden-Iffezheim ist gestartet – am Sonntag gingen die ersten elf Prüfungen unter der Regie von Baden Galopp hier über die Bühne. Und zur ersten Gruppesiegerin avancierte eine bestens profilierte, von den Wettern aber stark unterschätzte Stute: Die von Miltcho Mintchev für den bulgarischen Stall Litex von Grischa Gantschev (Anteilseigner des Fußball-Clubs Litex Lovetsch) in Köln trainierte vierjährige Stute Tabera (Quote 10,1:1 Euro) gewann den 66. Preis der Sparkassen Finanzgruppe (Gruppe III, 50.000 Euro, 2.000 Meter) eindrucksvoll mit dreidreiviertel Längen Vorsprung. 

Unter Vize-Championjockey Maxim Pecheur machte sich die vierjährige Gleneagles-Tochter, die anfangs die Spitze hatte, dann vor der Zielgeraden von der Favoritin Liberty London abgelöst wurde, um dann wieder neu zu beschleunigen, klar frei und hatte beim fünften Karriere-Erfolg die 30.000 Euro Prämie früh sicher vor Only the Brave, Quest the Moon und Liberty London. 

Zuletzt im Großen Dallmayr-Preis hatte Tabera nach langer Führung nicht ihrem normalen Können entsprochen, aber ihr Erfolg im Preis der Deutschen Einheit 2020 in Berlin-Hoppegarten war noch in Erinnerung.

Stimmen der Beteiligten:

Tabera-Trainer Miltcho Mintchev: „Ich war an der Startmaschine und bin mit einem Mercedes zur Bahn zurückgefahren, wo ich Gott sei Dank die letzten Meter noch gesehen habe. Mein Fahrer sagte mir, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen, wir hätten den richtigen Wagen. Die Stute war für das Rennen sehr gut vorbereitet. Es hat alles bestens geklappt. Wir steuern nun den Prix de l‘ Opera am ersten Oktobersonntag in Paris an.“

Tabera-Jockey Maxim Pecheur: „Das ist mein bisheriges Highlight in diesem Jahr. Ich kannte die Stute Tabera bereits. Im Rennen habe ich sie etwas nach außen genommen, das war ein Vorteil. Sie hat bestens durchgezogen.“

Natascha Grewe, Ehefrau von Trainer Henk Grewe, über den Zweitplatzierten Only the Brave: „Seine letzte Form war unerklärlich schwach. Dafür hatten wir keine Erklärung. In Baden-Baden war er schon einmal stark gelaufen, auch heute sind wir vollauf zufrieden.“ 

Sarah Steinberg, Trainerin des Drittplatzierten Quest the Moon: „Wir müssen zufrieden sein: Er hatte eine ungünstige Startposition, doch der Jockey hat das Beste daraus gemacht. Es war aber auch heute nicht der Boden von Quest the Moon.“ 

Waldemar Hickst, Trainer der Viertplatzierten Liberty London: Auf der Zielgeraden tat sie sich aus guter Lage schwer und konnte auf den letzten 300-400 Metern nicht zulegen. An der Distanz oder dem Boden dürfte es nicht gelegen haben.“

Das besondere Kunststück von Loft im Förderverein-Baden-Galopp-Iffezheim-e.V.-Stehercup

„Tradition, Emotion, Herzblut und Leidenschaft“ – unter diesem Motto steht der Förderverein Baden Galopp Iffezheim e.V., der die Rennen auf der badischen Traditionsrennbahn in erheblichem Maße unterstützt. Gleich am Eröffnungstag der Großen Woche am Sonntag war der Förderverein-Baden-Galopp-Iffezheim-e.V.-Stehercup (Listenrennen, 25.000 Euro) über weite 2.800 Meter eines der Top-Events des großen Rahmenprogramms mit insgesamt elf Prüfungen vor 6.250 Zuschauern, die trotz leichten Regens gekommen waren. 

Mit einem besonderen Kunststück wartete hier der im Besitz des Gestüts Ittlingen von Möbel-Unternehmer Manfred Ostermann aus Witten stehende dreijährige Wallach Loft (Quote: 4,6:1), denn er gewann sein erstes Rennen überhaupt in dieser hohen Kategorie. Gemeinsam mit Ankunft dominierte der Adlerflug-Sohn das Geschehen und verabschiedete sich mit Jockey Marco Casamento früh auf sechs Längen Vorsprung von Ankunft und Damantis. Favorit Nubius kam über Platz vier nicht hinaus. 

„Es war geplant, im Vorderfeld zu gehen und auf jede Situation reagieren zu können. Es ist natürlich schön, in solch einem Rennen zum ersten Mal vorn zu sein“, berichtete Trainer Marcel Weiß. „Wir gehen nun in das St. Leger nach Dortmund.“ Damit siegte im dritten Rennen zum dritten Mal in Folge ein Pferd der Mülheimer Trainingszentrale. 

Best Flying fliegt allen davon

Gewaltig war das Vertrauen, und die zweijährige Stute Best Flying machte ihrem Namen alle Ehre: Im Darley BBAG-Auktionsrennen (102.500 Euro, 1.200 m) flog die von Andreas Suborics in Köln für den Österreicher Werner Pfister (Stall Ad Episas) vorbereitete Schimmelstute als 1,8:1-Favoritin ihren zehn Kontrahentinnen in atemberaubender Manier davon. Schon früh hatte der „fliegende Holländer“ Adrie de Vries die Weichen auf Sieg gestellt. Mit viereinhalb Längen enteilte Best Flying zum mit 50.000 Euro fürstlich belohnten Erfolg vor La Estellita und Early Eighties.

„Sie war beim dritten Start gleich voll bei der Sache. Am Anfang war es ihr nicht schnell genug, daher habe ich selbst die Initiative ergriffen, sie hat das sehr professionell gemacht und ist eine echte Klassestute“, bilanzierte Adrie de Vries. Trainer Andreas Suborics sagte erleichtert: „Mir fällt ein Stein vom Herzen, da sie als heiße Favoritin angetreten war. Ich war schon immer sehr von Best Flying überzeugt. Mit jedem Start hat sie das umgesetzt. Sie könnte nun entweder in einem Gruppe I-Rennen über 1.400 Meter am Arc-Wochenende in Paris oder in einer Gruppe II-Prüfung, ebenfalls in Frankreich, weitermachen.“ 

Überraschung beim Neubeginn

Begonnen hatte der erste Renntag des Jahres 2021 unter der Regie von Baden Galopp mit einer gewaltigen Überraschung, denn mit der von Jean-Pierre Carvalho in Mülheim trainierten Firewhere (18,8:1) hatte kaum jemand gerechnet, doch im Neue-Welle-Auftaktrennen (Ausgleich IV, 1.600 Meter) ließ die Stute als 18,8:1-Außenseiterin Dyllan und Diamond Gold vom Start bis ins Ziel keinerlei Chancen. Altmeister William Mongil (52) hatte 2017 im Veteranen-Rennen zum letzten Mal in Iffezheim gewonnen. „William hat die Order perfekt umgesetzt“, lobte Trainer-Stellvertreter Pascal Jonathan Werning.

Die Serie der Überraschungen setzte auch der dreijährige Wallach Powerstown (15,5:1) mit dem Japaner Shuichi Terachi im Sattel im Euro-Jackpot-Preis (Ausgleich IV, 1.200 Meter) für den aus Möser bei Magdeburg angereisten Trainer Frank Fuhrmann gegen Katie Bot Cat und Coach Party fort. 

Hohe Quote in der Viererwette 

Mit 50.000 Euro Garantie-Auszahlung gab es im Preis der Stadtwerke Baden-Baden (Ausgleich III, 1.400 m) einen sehr hohen Zahltag. Und der zweite Tagessieger von Trainer Frank Fuhrmann, die Stute Kareless (19:1, Jockey Maxim Pecheur), sorgte dafür, dass die Viererwette mit Circuskind, Mangan und Laciredeski auf Rang zwei bis vier 32.008 für einen Euro bezahlte. Sie wurde viermal, also mit insgesamt zwei Euro getroffen. 

Jockey Maxim Pecheur verlor einen möglichen dritten Tagessieg auf Moon power im Preis der Artus Gruppe (Ausgleich II, 1.800 m) gegen Adaris (Quote 3,1:1, Martin Seidl), denn die Rennleitung disqualifizierte ihn wegen einer Behinderung, die sie angesichts des knappen Vorsprungs als rennentscheidend ansah. Drei Tage Lizenzentzug waren die Folge für Pecheur. 

Auch im abschließenden Preis des Wettstar-Livestream (Ausgleich IV, 2.000 m) setzte sich noch ein Pferd durch, das nur wenige Wetter auf der Rechnung hatten, obwohl Champion Bauyrzhan Murzabayev auf Ossiline saß. Hinter der 18,1:1-Außenseiterin, die seit über drei Jahren nicht mehr gewonnen hatte, aus dem Honzrather Stall von Fabienne Gratz machten Smaragd, Long Point und Second Sight die Überraschungs-Viererwette komplett, die 18.332,9:1 Euro bezahlte. 

Der Wettumsatz in den elf Rennen belief sich auf 559.869,42 Euro, davon wurden 220.280,50 Euro auf der Rennbahn gewettet.

 

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