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18. Januar 2020

 

 

Prunk- und Fremdensitzung

Mit einer gelungenen Mischung aus Tanz und Bütt begeisterten die ICC – Aktiven unter dem neuen Sitzungspräsidenten Holger Deutschmann. Für ihr prächtiges karnevalistisches Feuerwerk fuhren die Narren verdienten Applaus ein.

Obwohl die vom neuen Sitzungspräsidenten, Holger Deutschmann, gepriesene alt – ehrwürdige Halle im Oberdorf steht, gelang es dem Fanfarenzug Iffezheim (FZI) spielend, mit „Fire in Downtown“ das Publikum von den Sitzen zu reißen. Zahlreiche Wahnsinnslieder hinterher schiebend, heizten sie dem Hexenkessel weiter ein, und nahmen die Quintessenz des Abends schon voraus: „Wo kann's schöner sein als in Iffezheim“.

Nachdem der Fanfarenzug den Boden bereitet hatte, gedieh der Narrensamen prächtig: In der „Polarwelt“ hatte die Minigarde als Eskimos, Eisbären und Pinguine die beiden eisigen Kontinente zu einem großen Fest vereint.

Ein richtiger Hingucker waren die Chocolate und Lollipops von den Candymen aus dem „Candy-Shop“ der Dance Company. Klassischen Gardetanz boten die Tänzerinnen der Kollerkrotten aus Brühl, denen allerdings im zweiten Teil alles etwas spanisch vorkam.

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Viel Applaus gab es für Rüdiger, Beate und Jessica Zoller für ihren Blick durch die Windschutzscheibe auf den Trumppschen Totalschaden, die Fridays for Future – Rettungsgasse, Ministerpräsidenten mit H-Kennzeichen oder Cabriofrisur und natürlich den - auch im Jahresorden verewigten – Gemeindevollzugsdienst, der vor dem Rathaus für die, den Beamtenschlaf fördernde, Ruhe sorge.

Ihre Augen und Ohren hatte die „Alte Feddel“ (Harald Schäfer) wie immer überall offen gehabt und konnte so von Einkaufswagen schiebenden Ehemännern und falsch einsteigenden Frauen ebenso berichten wie von automatisch verkohlten Spanferkeln und zerbrochenen Klodeckeln. Als „Original“ und „Kopie“ warfen sich der „Alt“ (Herbert Sauter) und der „Jung“ mit Durchblick und Frisur (Valentin Sauter) die humoristischen Bälle zu und hangelten sich durch die Fehltritte der Iffezheimer um radlose Traktor bespannte Hochzeitskutschen, verschwundenen Posaunen oder unklaren Öffnungszeiten.

Zur zweiten Halbzeit entführte der FZI die völlig aus den Häuschen geratenen Zuhörer in die kleine Kneipe an der Nordseeküste, in der Joana atemlos Cordula Grün fragte: Que sera? Der deutsche Rambo (Alexander Schneider) und der lebenstolle Pariser (Marc Schwander) kalauerten sich beim Angeln im deutschesten aller Gewässer durch die deutsch-französischen Befindlichkeiten wie die Brenndauer ihrer Kirchen, verkauften Riedern und Freibier for Future, bevor sie von der unerbittlichen Politesse (Holger Deutschmann) im Anglerlateinen empfindlich gestört wurden.

Spät in der Nacht bei Sturm und Wind war der Büttenneuling Andreas Freund als apokalyptischer Reiter durch die dunkelsten Ecken der Welt geritten und wußte von Katastrophalem wie dem Brexit, den Trumpschen Gezwitscher, unmoralischen Österreichern, der AfD und dem Mißbrauch in der Kirche zu berichten. Besonders bunt trieb es heuer das Männerballett, das im rötlichen Schein des Gummibootes sich mit Cordula Grün, in Müllmannorange, den blauen Enzian schnappte und hoch auf dem gelben Wagen davon rollte.

Mit seinen grandiosen Reimen über vollautomatische chinesische Kettensägen begeisterte der Weitenunger Holzfäller Martin Hettler das Publikum, als er für vermehrten Holzeinschlag im Iffzer Oberwald plädierte, denn schließlich stehe die nächste Eiszeit vor der Türe. Die Mundwerkshow Iffezheim-Ried gab zum Abschluß erneut alles, denn es war wieder Fasnacht, und riß das tobende Publikum für die Ewigkeit von den Sitzen.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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