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20. Mai 2018

 

 

Töpfermarkt

 

„Keramik-Fans lassen sich vom Regen nicht abschrecken“, so erzählte Veranstalter Jürgen Blank von im Sonntagmorgenregen auf die Toröffnung harrenden Kunden. Lediglich die königliche Hochzeit führte am Samstag zu Besuchereinbußen.

Jürgen Blank war wieder einmal ein gute Mischung aus vier Fünfteln Meister der vier Elemente und weiteren Kunsthandwerkern wie Gold- und Silberschmieden, Schuhmachern oder Korbflechtern gelungen. Als Gäste hatte Blank Vertreter die jungen Generation der Keramiker aus Bulgarien geladen, zu denen Ralitsa Yovkova aus Troyan gehört. Rund die Hälfte der Einwohner des 500 – Seelendorfes lebt von der Keramik, wie es bereits ihre Urgroßeltern, Großeltern und Eltern taten. Frau Yovkova nutzt zwar - wie Generationen vor ihr - die alten Techniken und Werkzeuge, wie die aus Tierhaaren selbst gefertigten Pinsel zum Auftragen der Glasur, hat sich aber in Form und Farbe und Motiv von der Tradition verabschiedet. Ihr Motive sind von ihren Reisen nach Südfrankreich inspiriert, wie die Lavendelblüten auf dem Tafelgeschirr beredt unterstreichen. Ebenfalls 2 000 Kilometer ins Badische reiste Ivailo Gospodnov mit seiner Frau und der Keramik studierenden Tochter Niya, der nach 20-jähriger Praxis erstmals seine Künste außerhalb Bulgariens präsentiert. Er nutzt zwar, wie seine Ahnen, das traditionelle Türkis, erschließt in seinen Arbeiten jedoch völlig neue Formen.

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Die Internationalität des Töpfermarktes unterstrichen weitere Künstler aus Ungarn, Litauen und Katlonien, wie Núria Albà und ihr Mann Lluis Soler, die ihre Werke aus dem gemeinsamen Atelier schon öfters in Iffezheim präsentiert hatten. Frau Albàs figürliches OEuvre zeichnet sich durch seine warmen Erdfarben aus, während sich in Solers glatter, geradliniger Keramik das Blau des Mittelmeeres widerspiegelt, durchzogen von metallisch aufleuchtenden Wellenbergen. Den Weg von der spanischen Halbinsel in Badische fanden ebenfalls German de Juanas Gartenfiguren.

Wie immer trifft man an der Freilufthalle auf alte Bekannte: So kreuzt die Wildschweinrotte von Mattes und Klas den Weg des Besuchers, schmeicheln die weißgrundigen Blumenmotive von Eva Liebmann den Augen, bleckem Gerda Partitschs garstige Tiefseefische ihre Zähne und tragen Octopusse Teekessel oder zieht Hartmut Ammendingers in kräftigen Farben leuchtende Tischkeramik das Auge des Besuchers auf sich.

Seit über zehn Jahren auf dem gleichen Platz bieten die bayrischen Autodidakten Rudi und Heidi Gritschneider ihre Werke an, weil der Markt in Iffezheim ein hohes Niveau habe und es hier immer gut laufe. Vor über 30 Jahren hatte Gritschneider Kurse in Itlaien besucht, um das Hobby seine Frau, eine gelernte Floristin, zu unterstützen und so ebenfalls zum Ton gefunden. Er nun an der Drehscheibe und am Ofen, sie beim Formen lebhafter Figuren, die sie als erste Künstlerin Elfen- und Königsköpfe mit Schwemmholz kombiniert habe. Mit Holz hat der gelernte Schreiner nur noch beim Raku-Brand zu tun.

Einen wesentlich kürzeren Weg hatte Susanne Tietze aus Karlsruhe. Die Keramikermeisterin hatte in Baden-Baden gelernt und sich 1992 selbständig gemacht. Geradlinig und ohne Schnörkel präsentiert sich ihre Tischkeramik, deren selbst gemachte Glasuren von Türkis über Ultramarin bis zum tiefen Schwarz reichen.

Ebenfalls in Baden-Baden lernte Ines Verschl, die an ihrem Stand alltagstaugliches Geschirr verspricht. Ihr sehr dünn gedrehtes Geschirr werde bis auf 1 300 Grad, gerade bis an die Grenze zur Schmelze, erhitzt, und werde dadurch ganz dicht und stoßfest. Es sei spülmaschinenfest und könne auch in der Mikrowelle genutzt werden.

Ein wahres Fest für die Augen hatten Blank und seine Keramikmeister nebst Kunsthandwerkern rund um die Freilufthalle aufgebaut, bei dem für jeden Geschmack etwas zu haben war, wie den bepackt den Ausgängen zuströmenden Besuchern anzusehen war.

 

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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