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07. Mai 2017

 

 

Ratssitzung

 

Die bereits seit 2012 diskutierte Erweiterung und Ertüchtigung des katholischen Kindergarten St. Martin erhielt im Frühjahr letzten Jahres einen Dämpfer: Der den Bedarf deckende Ausbau würde etwa soviel kosten, wie der ein halbes Jahr zuvor von der Freien Wähler Gemeinschaft beantragte Neubau eines dritten Kindergartens. Da die Erweiterung St. Martins auf Grund der daraus resultierenden Größe auch pädagogisch umstritten war, fiel es dem Rat leicht, sich für einen dritten Kindergarten zu entscheiden. Die 6-gruppige Einrichtung entsteht momentan am Weierweg in unmittelbarer Nähe zu den weiterführenden Schulen und wird ebenfalls von der katholischen Kirchengemeinde betrieben werden.

Im gleichen Atemzug mit dem der Beschluß für den neuen Kindergarten fiel, entschied sich der Rat für eine umfangreiche Sanierung des Kindergartens im Mittelweg. Der Kindergarten St. Martin soll nach der Sanierung Platz für zwei Krippengruppen und vier Kindergartengruppen statt bisher sieben Gruppen bieten.

Das von der Kirchengemeinde beauftragte Architekturbüro Adler+Retzbach möchte die kirchlich-kulturelle Nutzung von der Kinderbetreuung getrennt wissen. Was auch einer definierten Kostenzuordnung zu Gute kommt. Künftig werden Ober- und Untergeschoß ausschließlich kirchlich-kulturellen Zwecken zur Verfügung stehen, führte Architekt Andreas Adler aus. Die Kindergartennutzung beschränkt sich somit auf das Erdgeschoß, was den eleganten Nebeneffekt hat, daß weder Aufzüge, Fluchttreppen oder besondere Treppensicherung künftig notwendig sein werden.

Für die bisher im Keller untergebrachte „Frösche“-Gruppe müssen jedoch ebenso neue Räume geschaffen werden, wie für die Krippengruppe „Mäuse“, die aus dem Pavillon in das Hauptgebäude umziehen soll.

Ein 232 qm2 großer Erweiterungsbau entlang der Kapellenstraße soll den künftig separat erschlossenen Krippenbereich mit je zwei Gruppen- und Schlafräumen, sowie einem altersgerechten Sanitärraum und einen Verfügungsraum aufnehmen.

Als Haupteingang wird künftig der bisherige Zugang zum 1988 erbauten Kultursaal, dem Proberaum des Kirchenchores und des Männergesangvereines dienen, der zusätzlich über eine Rampe barrierefrei erschlossen wird. Vom als „Marktplatz“ ausgestaltetem Foyer zweigt man künftig nach links in den 1966 erstellten einstöckigen Gebäudeteil ab. Dort wird zu den drei bisherigen Gruppenräumen für die Kindergartenkinder ein vierter zum Mittelweg hin entstehen.

Auf dem Weg zu den Krippenkindern kommt man an Turnraum und Speiseraum vorbei.

Im Gegensatz zu früheren Planungen, ist in den Augen des Architekturbüro Adler der Pavillon ein intakts Gebäude und erhaltenswert. Adler kann ihn sich nach geringfügiger haustechnischer Erweiterung (40 -50 000 €) als Werkstatt oder Atelier vorstellen.

Inklusive neuer zentraler Wärmeversorgung und des Anschlusses des Pavillions an diese, geht Andreas Adler von 3,2- 3,3 Millionen Euro an Kosten aus. Der für solch große kirchlichen Bauprojekte notwendige Projektsteuerer, Rudi Lehnert, sieht in der Kostenplanung die Nebenkosten zu schwach berücksichtigt und beziffert diese auf 911 000 €, womit er auf einen Preis von knapp 3,5 Millionen € kommt.

Den Bauablauf im Bestand hat sich der Planer so vorgestellt: Bis alle Planungen und Genehmigungen unter Dach und Fach sind, werde auch der Kindergarten im Weierweg fertig sein. Dann könnte eine Gruppe dort Unterschlupf finden. Mit der Fertigstellung des Riegels entlang der Kapellenstraße können die beiden Krippengruppen einziehen, womit dann auch der Pavillon als Ausweichquartier für eine Kindergartengruppe zur Verfügung stände.

Allgemein stieß der vorgelegte Entwurf auf Zustimmung und wurde für die Trennung der Funktionsbereiche zwischen Kinderbetreuung und kirchlich-kulturelle Nutzung gelobt, die eine genaue Kostenzuordnung möglich mache, so Klaus Brenner.

Im Vorfeld hatte Andreas Adler den Rat über den Stand der Bauarbeiten im Weierweg informiert. Nachdem der Aushub im März begonnen habe, seien nun die Fundamente erstellt und in den nächsten Tagen werde die Bodenplatte gegossen. Mitte August seien die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Damit es dann nahtlos weitergeht, hat der Rat einstimmig weitere Gewerke vergeben. Die Dachabdichtungsarbeiten gingen für 154 140 € an kw Flach- und Steildach aus Baden-Baden. Das Gerüst wird die Fa. Burkart aus Rheinstetten für 33 753 stellen. Die Photovoltaikanlage baut Elektro Haitz aus Durmersheim auf. Im Angebotspreis von 44 655 € ist die Wartung für den Zeitraum von fünf Jahren enthalten.

Auf Grund der größeren Dimensionierung der Verbauträger hat die Rohbaufirma Wacker um 35 830 € erhöhte Aufwände. Dagegen wurden Einsparungen beim Abtransport des Aushubs, der zum Teil an einen Landwirt ging, und nicht ausgeführten Kabelkanälen aufgerechnet. Den überplanmäßigen Ausgaben von 21 774 € stimmte der Rat einhellig zu.

Einstimmig beauftragte der Rat Bürgermeister Christian Schmid, bei der am 16. Mai stattfindenden Gesellschafterversammlung des Zweckverbandes „Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken“ für die Fusion mit den Zweckverbänden KDRS und KIRU zu stimmen. Auf wenig Gegenliebe stieß allerdings der Name des neu entstehenden Gesamtzweckverbandes „4IT“ bei Berthold Leuchtner und Manfred Weber.

Künftig wird der Schulbus auch weiterhin täglich nach Wintersdorf und Ottersdorf fahren. Die Kosten teilen sich Landkreis und Gemeinde. Die Gemeinde wird für den Betrieb etwa 16 000 € in die Hand nehmen. Gut angelegtes Kapital, so der allgemeine Tenor, denn der Besuch der Rieder Schüler stärke den Schulstandort Iffezheim.

Bauen „Nördlich der Hauptstraße“ wird teurer! Einstimmig hob der Rat den Grundstückspreis der gemeindeeigenen Grundstücke auf 290 € je Quadratmeter an. Diesen Bodenrichtwert hatte letztes Jahr der Gutachterausschuß ermittelt.

Stefan Schneider erkundigte sich nach dem Sachstand der Erweiterung des Industriegebietes. Hier seien weitere Gespräche mit der Naturschutzbehörde notwendig, so Bürgermeister Christian Schmid. Diese wollte die geplanten Feldlerchenfenster durch Grunddienstbarkeiten auf Dauer abgesichert haben. Dies halte er bei den vielen beteiligten Eigentümern für schwierig und habe daher ein Grundstück der Gemeinde als Faustpfand angeboten. Diese Vorgehensweise werde gerade rechtlich geprüft. Geprüft wollte Berthold Leuchtner die rechtliche Grundlage für das Ansinnen der Grunddienstbarkeiten. Sollte es diese nicht geben, sei die Forderung niederzuschlagen.

 

 

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