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22. Januar 2017

 

 

Ratssitzung 22 Januar 2018

 

Forstwirtschaftsplan

Wie in den vergangenen Jahren wird der Ergebnishaushalt des Forstes auch in 2018 mit einem negativen Ergebnis abschließen. Für dieses Jahr wird mit einem Resourcenbedarf von 124 141 Euro gerechnet. Den Forstwirtschaftsplan stellte Revierförster Norbert Kelm und der neue Leiter des Forstbezirks Rastatt, Clemens Erbacher, vor. Dem vom Rat mit einer Enthaltung zugestimmt wurde.

Auf der Einnahmenseite sind als Hauptposten 93 600 Euro Erlöse aus dem Holzverkauf und weitere 10 300 aus Jagdpachten und dem Verkauf von Wildbret eingeplant. Den Verkaufserlös habe er für 2018 geringer angesetzt, so Norbert Kelm, da ab diesem Jahr die Holzsortierung zum Beispiel in den Punkten Krümmung und Astfreiheit verschärft worden sei. Die heuer hauptsächlich eingeschlagene Fichte werde deshalb schlechtere Erlöse zeitigen.

Auf der Ausgabenseite stehen die Ausgaben für die Holzernte (62 000), Neuanpflanzungen (30 000), Bestandspflege (13 000) und der Waldschutz (13 000), sowie Löhne und Pensionslasten von 99 000 Euro gegenüber. Der Habenseite werden Verrechnungsposten für den Nutzungsausfall durch den Orkan Lothar und den Nutzungsverzicht im sogenannten „INI-Wald“  zugeschlagen. Ein Novum im aktuellen Plan ist die Verrechnung der Bereitstellung von Ökopunkten, für welche in den kommenden 25 Jahren jeweils 3 900 Euro dem Forst angerechnet werden. Norbert Kelm führte aus, daß die für die Erweiterung des Industriegebietes entlang der B 36 notwendigen Ausgleichsmaßnahmen aus dem Ökokonto der Gemeinde gedeckt worden seien. Erwirtschaftet habe die Punktezahl der Forst durch eine Aufforstungsmaßnahme in den 90er Jahren. Dies werde nun über den Ansatz von 25 Cent je Ökopunkt dem Forst vergütet. Als weitere Beispiele für Baumaßnahmen, deren Ökopunkte vom Forst erwirtschaftet wurden, nannte Kelm, das Baugebiet „Nördlich de Hauptstraße“, die Kleintierzuchtanlage und die beiden letzten Erweiterungen der Trainingszentrale. Die Ökopunkte werden von den Bauherrn über die Erschließungsgebühren beglichen.

Mit positiven Zahlen (132 500 Euro) schließt der als Teilfinanzhaushalt laufende Vermögenshaushalt des Forstes ab. Grund hierfür sind die Entschädigungszahlungen der Firma Kern für die Ausweitung ihrer Kiesseen. Mit den Geldern werden Teile des „Rheinfeldes“ an der Gemarkungsgrenze zu Hügelsheim aufgeforstet. Mit 38 000 Euro nimmt der Forst für den Waldschutz viel Geld in die Hand. Gemeindeförster Norbert Kelm erklärte den Räten, daß er die forstwirtschaftliche Versuchsanstalt mit ins Boot genommen habe, um in dem neu aufzustockenden Gebiet den Maikäfer zu bekämpfen. Damit soll den jungen Setzlingen die Chance gegeben werden, rasch groß und widerstandsfähig gegen Wurzelfraß zu werden. Im Oberwald sei der Waldmaikäfer heimisch, der alle vier Jahre schlüpfe. Dies sei dieses Jahr wieder der Fall. Weitere Gefahr drohe den Bäumen durch den Feldmaikäfer auf Hügelsheimer Gemarkung, der alle drei Jahre schlüpfe.

Wie Kelm weiter ausführte, werde noch in den kommenden Wochen mit dem Setzen der Jungbäume begonnen. Vor dem Beginn der Flugzeit der Maikäfer Mitte April, werde das Rheinfeld mit Siloschutzgittern (einer Art Folie) zwischen den Pflanzreihen ausgelegt, um die Eiablage in den Boden zu verhindern. Mit Ende der sechswöchigen Flugzeit werde die Folie wieder eingerollt und für den nächsten Flug in vier Jahren aufbewahrt, schilderte Kelm das geplante Vorgehen. Ohne die Wurzeln fressende Engerlinge werden die Bäume Muße zum Wachsen haben. Mit 150 Festmetern bezifferte Norbert Kelm den Schaden durch die beiden letzten Winterstürme.

 Bäume im Bohnemichel

„Wohnen im Grünen“ lautete einst das Motto bei der Erschließung des Neubaugebietes „In den Mattenerlen“. Viel Grün sollte den neuen Ortsteil prägen. Daher sahen die Planer viel Grün in Form von Bäumen vor, welche die Straßen säumen sollten. Weil die vier verkehrsberuhigten Straßen ohne Gehwege ausgebildet wurden, wurden die Bäume auf die Grundstücksgrenzen und Kanten gepflanzt. Jahre später offenbarte sich die Misere der verunglückten Lösung. Die Grundstückseinfassungen wurden vom wachsenden Wurzelwerk angehoben und manche Solaranlage durch den Höhenwuchs beschattet. Manche Wurzel machte sich an der Kanalisation zu schaffen.

Bereits seit einigen Jahren ist die Gemeinde dabei, für Abhilfe zu sorgen. 16 Bäume stehen derzeit in der Straße „Im Bohnenmichel“ davon müssen laut Gutachter vier aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden. Die Anwohnerbefragung ergab, daß die meisten die Bäume an ihren Grundstücken nicht haben wollen, was für weitere zehn Bäume das Aus bedeutet. Letztendlich bleiben nur zwei der 16 Bäume stehen. Für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen zur Sanierung der dann ehemaligen Baumstandorte sollte laut Beschlußvorlage ein Ingenieurbüro beauftragt werden. „Wozu?“ fragte Harald Schäfer (SPD), die Bäume werden ja vom Förster gefällt. Ortsbaumeister Willy Laible erläuterte, daß die Stümpfe ausgefräst, die Löcher ausgekoffert und Bordsteine gerichtet werden müßten. Dafür müßten Ausschreibungsunterlagen erstellt werden. Dies könne das Bauamt personell nicht erbringen, wie von Harald Schäfer gefordert. Dies wurde von Bürgermeister Peter Werler unterstrichen. Mehrheitlich stimmte der Rat dem Ingenieurvertrag zu.

Bürgermeister Werler teilte mit, daß er im Rahmen seiner Verfügungsgewalt für 11 000 Euro Metallbauarbeiten und für 12 000 Euro Blitzschutzmaßnahmen für den im Bau befindlichen Kindergarten vergeben habe.

 

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Euer Kommentar an Matthias

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