H O M E

899

 
 

Iffze.de > Aktuell > Neues > Neues 2018

 

06. Oktober 2018

 

 

Schwerer Unfall an der Staustufe

 

Ein schwerer Arbeitsunfall an der Staustufe Iffezheim hielt die Rettungskräfte am Samstagmorgen in Atem. Vier Schwerverletzte mussten unter schwierigen Bedingungen geborgen und versorgt werden.

Zur Zeit wird die rechte Schleusenkammer einer routinemäßigen Revision unterzogen. Bei Metallarbeiten in einem Ausbauschacht kam es am frühen Samstagmorgen auf Grund eines technischen Defektes zu einer Verpuffung. Die Mitarbeiter der Außenstelle Iffezheim gingen zunächst von zwei Verletzten aus, als sie die Rettungskräfte alarmierten. Einen traf die Druckwelle auf der Mole zwischen den beiden Schleusenkammern, der andere befand sich auf dem Grund des Ausbauschachtes in 12 Metern Tiefe.

Als die ersten Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehr Iffezheim im Lastenkorb des immer auf dem Gelände der Außenstelle Iffezheim des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Freiburg (WSA) stationierten Autokranes in den Schacht abgelassen wurden, fanden sie unter einem Überhang einen weiteren Verletzten. Bei der weiteren Ergründung des Unfallortes entdeckten die Wehrleute einen dritten Arbeiter, den die Wucht der Explosion in eine schmale Röhre geschleudert hatte, die 21 Meter unter Grund in den Längskanal mündete, durch den bei Schleusenbetrieb das Wasser zum Befüllen und Entleeren der Kammer fließt. Eine Rettung durch die schmale Öffnung nach oben war unmöglich, weshalb sich ein weiterer Wehrtrupp vom anderen Ende der Schleusenkammer auf den 240 Meter langen Weg durch den vier mal vier Meter messenden, stockdunklen Längskanal zu dem Verunglückten machte. In dem massiven Stahlbetonbau kam nach kurzer Zeit der Funkverkehr zum Erliegen, was die Bergung des Unfallopfers nicht erleichterte. Um ihn letztendlich aus der leeren Schleusenkammer zu den Rettungsfahrzeugen zu hieven, wurde die Drehleiter aus Rheinmünster angefordert,  um als Kran  fingierend, die Rettungsbahre aus der Tiefe zu holen.

Zum Blättern rechte oder linke Bildhälfte anklicken!

EDrste Untersuchungen ergaben, daß sich die beiden anderen Mitarbeiter neben Verbrennungen, Brüche an den Beinen und möglicherweise an der Wirbelsäule zugezogen hatten und nicht über den Lastenkorb des Krans geborgen werden konnten. Zu ihrer Rettung wurde die Höhenrettung Mittelbaden der Feuerwehren Baden-Baden und Bühlertal, sowie die Bergwacht angefordert. Die Experten für verzwickte Fälle konnten die beiden Verletzten zügig bergen, die dann auf dem vom DRK Ortsverband Iffezheim aufgebauten Verbandsplatz erstversorgt wurden..

Daß alle externen Rettungskräfte so schnell zur Stelle waren, lag schlicht und einfach daran, daß es sich bei dem geschilderten Unfall um das Szenario für die gemeinsame Jahreshauptübung des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr Iffezheim handelte. Rolf Fritz vom WSA und Daniel Haas von der Iffezheimer Wehr sowie Wolfgang Schäfer (Wehr und WSA) hatten die Übungsaufgabe in den vergangenen zwölf Monaten entworfen.

Eine „Win-Win“ - Situation für Wehr und WSA solle die Übung werden, hatte WSA - Amtsleiter Jörg Vogel zum Auftakt des ereignisreichen Morgen erklärt. Einerseits sollten die Rettungskräfte mit den Eingeweiden des Bauwerks vertraut werden, andererseits sollte die Übung der WSA Erkenntnisse über bauliche oder organisatorische Maßnahmen liefern, um für Unglücksfälle besser gerüstet zu sein. Vogel zog nach der Übung eine positive Bilanz und sah Beispiele für Verbesserungen bei der Markierung der Einstiegsstellen und der Ausleuchtung der während der Revision trocken liegenden Kanäle. Der Amtsleiter brachte ins Gespräch, gemeinsam mit der Feuerwehr ein Handbuch zu erstellen, für welchen Einstiegspunkt welche Gerätschaften notwendig seien.

Ein ebenfalls positives Fazit zog Feuerwehrkommandant Steffen Strobel und lobte die Einsatzkräfte und insbesondere die Einsatzleitung von Simon Fanz, dem es gelungen sei, die keineswegs leichte Aufgabe zu meistern, die große Zahl von Rettungseinheiten zu koordinieren. Kreisbrandmeister Heiko Schäfer attestierte den Rettungskräften, daß sie die gesteckten Ziele erreicht hätten. „Besser werden können wir immer!“, so Schäfer, aber das dafür zu sagen Notwendige behielt er einem kleineren Kreis vor. DRK – Kreisbereitschaftsleiter Hans – Joachim Brüssow zeigte sich von der professionellen Ruhe der Einsatzkräfte beeindruckt und bescheinigte der Gemeinde, mit dieser Wehr gut aufgehoben zu sein. Bürgermeister Christian Schmid lobte die gelungene Zusammenarbeit und sprach den Rettungskräften sein herzliches Dankeschön aus.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

Urheberrecht © 2018 www.iffze.de

Bei namentlich gekennzeichneten Artikeln liegt das Urheberrecht beim Verfasser.

 

900