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14. Januar 2017

 

 

Prunk- und Fremdensitzung

 

Eine wahrlich gelungene Mischung aus Bütt und Tanz servierte der Iffezheimer Carnevals Club in seiner 111. Sitzung dem närrischen Publikum. Zahlreiche Raketen und lang anhaltender, begeisterter Applaus waren der Dank für das schmackhafte Menü. Den Jahresorden widmete der ICC dem „besten Büttenredner, den wir je hatten“, Manfred Ell, der keine der 111 Sitzungen verpaßt hatte.

Neu im Clownskostüm gewandet, eröffnete der Fanfarenzug den närrischen Reigen. Und wie eh riß seine Musik mit und versetzte das Publikum in Extase, ob bei den Roten Lippen von Mary Lou, beim Rock 'n' Roll rund um die Uhr oder bei „Hey Jude“.

 

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Die Tanzformationen des ICC heizten dem Publikum ebenso ein: Nichts hielt die von Gudrun Greß und Iris Stiefel betreute Mini-Garde am Boden und sie entschwebten völlig losgelöst in die unendlichen Weiten des Weltalls. Den Fire Fightern der Dance-Company brannte das Tanzfieber so gehörig in den Beinen, daß sie um Rakete und Zugabe nicht herum kamen.

Der Samstag war einer jener Tage, an denen die Garde der Brühler „Kollerkroten“ unter der Kiefer tanzte. In das Chicago der 20er Jahren entführte die Showtanzgruppe „Soley“ die Zuschauer mit Melodien aus dem Musical „Chicago“. Durch die Sendungen unserer Kindheit zappte sich das Männerballett in seiner Show um Pippi Langstrumpf, die Schlümpfe, Heidi oder Jim Knopf und versprachen dem begeisterten Publikum „Ich komm' wieder, keine Frage“.

Als Chef de Cuisine spuckte Rüdiger Zoller mit seinem Suppenhuhn (Tochter Jessica) den Politkern kräftig in die Suppe und rührte im schwer verdaulichen Ortseingang Ost, im unvergorenen AfD-Sud, den Extrawürstchen von der Insel, dem Grünkohl mit Pinkel im Land und stellte vom Kopf her stinkende Fische und amerikanische Suppenkasper in Fettnäpfchen bloß. Egal, was er servierte, seine Suppe sollten die auslöffeln, die sie eingebrockt hatten.

Aus der Küche des ICC plauderte erstmals Gisela Haas vom „Küchenpersonal“ und lüftete unter großem Beifall einige Geheimnisse um panierte Schnitzel, Wurstsalat und Wurstweck wider der Hungersnot, die die fleißigen Hände, angetrieben von der feurigen Hexenbowle, in der Küche zaubern.

Noch – Schrauber Herbert Sauter hatte nicht nur den Schrank „Hindö“ im Kopf, sondern auch zahlreiche Mißgeschicke der Iffezheimer um Fahrten mit verschlossenen Türen, auf frischer Tat ertappten vermeintlichen Einbrechern, audio - kommentierte DVDs und fliegende tote Vögel, die er Sohn Valentin beim Schrankaufbau nicht verschwieg.

Die Schulbuben Harald und Martin Schäfer deklamierten unter Hauptlehrer Mario Ludwig Gedichte über manch wunderliches Betragen der Rennböcke. Darin sich Genießer herzhafter Speisen über Weihrauchkugeln her machten, Autofahrer auf Euro-Drive-In-Schalter insistierten, Liebhaber des heiligen Blech's Kugelporsche im Speicher parkten oder die zehn Finger nicht in Spülmittel sondern in Rohmplättle gebadet wurden.

Durch die Zeit der alten Römer unter Gaius Werlus (Alexander Schneider), der von dem auf dem Hügelsheimer Second-Hand-Sklavenmarkt erstandenen Diener (Jens Kalkbrenner) und der lieblichen Schönheit (Lajana Bochanek) verwöhnt wurde, kalauerten sich die Gladiatoren Holunderus Maximus (Holger Deutschmann) und Markus Minimus (Marc Schwander) mit zahlreichen Seitenhieben auf die Kommunal- und Bundespolitik, wobei sie die Nachbarn in Nord, Süd und Ost ebenfalls nicht verschonten. Für den historischen Streifzug wurden sie mit stehenden Ovationen gefeiert. Ebenfalls mit stehenden Ovationen verabschiedete das Publikum den langjährigen Zeremonienmeister Erich Bleich, der seit 1979 zahlreiche Schuhe und Socken auf seinen Weg zwischen Foyer und Bühne, auf dem er die Aktiven begleitete, verschlissen habe, so die Sitzungspräsident Daniel Haas und Matthias Schneider. Als besonderes Dankeschön erhielt er eine vergoldete Replik des Pferdekopfes, welcher den Zeremonienstab ziert, der an Schwiegersohn Joachim Bosler weitergereicht wurde.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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