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16. April 2017

 

 

Ab in's Grüne

 

„Ab ins Grüne!“, unter dieses Motto stellte der Musikverein Iffezheim sein diesjähriges Osterkonzert. Am Stadtpark war die Landpartie aber beileibe nicht zu Ende. Sie führte die vollauf begeisterten Zuhörer weiter auf die Grüne Insel wie in das Dickicht des Dschungels.

Den Auftakt gab das neu formierte Jugendorchester Iffezheim / Wintersdorf unter den Dirigenten Mathias Lang und Pascal Hauns mit „The Spirit of Kilian Hill“(Robert Sheldon), dessen Auftaktfanfare im Blech die elegisch aufspielenden Holzbläser folgten, um dann gen Schluß in allen Register wieder das Thema aufzunehmen. Unser ganz alltägliches Paradies hielten die Jungmusiker mit „Another Day in Paradise“ (Phil Collins) den Zuhörern vor Augen. Ihre Premiere absolvierten die Jugendkappelle mit Bravour, wie der begeisterte Applaus des Publikums zeigte. James Browns „I feel Good“ als Zugabe, gab den Gemütszustand des Nachwuchses treffend wieder.

 

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Mit der mächtigen Auftaktfanfare der „Seven Hills Overture“ übernahm das Hauptorchester unter Philip Zink und wußte im Rubatospiel um  die sieben grünen Hügel bei John Fannins Heimatort Bowling Green in Kentucky zu überzeugen.

Schrill, laut, mit im Glisando aufschreienden Posaunen setzte das Orchester mit „Traffic“ (Thomas Doss) einen Kontrapunkt zum heimeligen Frühlingsgrün. Den täglichen Irrsinn auf den Straßen im Ausdruck perfekt treffend, bot der Klangkörper den Zuhörern ein ungewohntes, verstörendes Hörerlebnis.

Mit seiner Komposition „MacArthur Park“ (Arr. Philip Sparke) verarbeitete Jimmy Webb seine Trennung von Susan Horton. Eindrücke aus gemeinsamen Spaziergängen, wie die Dame spielenden alten Männer oder den achtlos im Regen liegen gelassenen Keks, reiht er im ersten Teil des Stückes aneinander. Nach dem weinerlich langsamen Mittelteil um die Liebe seines Lebens nahm das Stück wieder Fahrt auf, bei der Stefan Etzkorn mit seinen Riffs am Flügelhorn brillierte, bevor das Stück mit einer Reprise des ersten Teils dem Ende zuströmte.

Mit einem Medley der bekanntesten Lieder aus dem Musical „Wicked - Die Hexen von Oz“ entließen die Musiker ihre Gäste in die Pause, aus der sie mit einem besonderen Hörgenuß gelockt wurden: Samuel Hazo Rückübersetzung in Musik der von Georgia O'Keeffe  1921 in das Bild „ Blue and Green Music“ gegossenen Töne. Aus einem einzigen vom Glockenspiel begonnen Thema malte das Orchester phantastische Klangbildern kräftiger Farben in immer neuen Variationen, mal elegisch, mal drohend fordernd, um dann in einem Hauch zu verschwinden.

Mit Norman Walz am Dudelsack als großartige Osterüberraschung entführten die Musiker mit „Amazing Grace“ ihr Publikum auf die Grüne Insel. Mit „Highland Cathedral“ (Michael Korb), einer der bekanntesten Dudelsack – Melodien, setzten sie den Ausflug fort und strebten in typischen Pipes & Drums Rhythmus dem fulminanten Ende entgegen. Mit „Muß i denn zum Städele hiinaus“ verabschiedete sich der sympathische Baden-Badener. Bitterer Trennungsschmerz, Kraft, Liebe und Treue, Mut sind die Ingredenzien des durch Simon & Carfunkel bekannt  gewordenen Liebesliedes „Scarborough Fair“. Von Arrangeur Ton van Grevenbroek um keltische Elemente ergänzt, woben sich die Melodiebögen der einzelnen Register um die Solistinnen Saskia Meisner und Teresa Heberling.

In das mit Paukenwirbeln startende „Lord Tullamore“ packte der Niederländer Carl Wittrock seine Interpretation der irischen Folklore.

Stampfende Elefanten, die zischelnde Schlange Ka eröffneten den Abstecher in den immergrünen Dschungel, bei dem die Gassenhauer „Probier's mal mit Gemütlichkeit“ und King Louis „Ich wäre gern wie Du“ nicht fehlen durften und den Solisten viel Raum zum austoben gaben, was die Zuhörer zu einem Beifallssturm hinriss. Mit der Zugabe „Greensleeve“ endete der Abend durch den die Vorsitzende Elisabeth Breitlow und Hubert Müller führten.

Für 40 Jahre aktives Musizieren erhielten Sabine Krämer, Martin Schäfer und Martin Schneider die Goldene Ehrenmedaille des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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