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22. Juli 2017

 

 

Iffezheim rockt!

 

„Iffezheim rockt“ lockten die Plakate. Eigentlich hätte es heißen müssen der Musikverein rockt Iffezheim. Denn das taten die Musiker mit einer Leidenschaft, die sich schnell auf die Zuhörer übertrug und für einen unvergesslichen Abend sorgte. 

Schon der Auftakt des die Vorgruppe gebenden gemeinsamen Jugendorchesters Iffezheim/Wintersdorf unter Pascal Hauns war Programm: „Another Day in Paradiese“ (Phil Collins). Als sie dann Barbara Ann (The Beach Boys) zum Tanzen aufforderten, kam die Stimmung langsam auf Touren und ging ins „Achy Breacky Heart“ (The Marcy Brothers). Die Jungmusiker zeigten mit Bravour, daß man an einem solchen Abend nicht in den Verein Christlicher Junger Männer ("YMCA“, The Village People) gehen muß, um richtig Spaß zu haben. Der Stabwechsel zu Matthias Lang gab weiterhin Grund zum Bleiben („Give Me A Reason“, Pink) und die Jugend fasste die Stimmung im Publikum treffend zusammen: „I Feel Good“ (James Brown), warum auch nicht, an einem solch wunderbaren Abend in einer solch wunderbaren Welt ("What A Wonderfull World“, Satchmo Louis Amstrong). Mit einem Streifzug durch „The Blues Brothers“ legte der Nachwuchs, bei dessen Qualität man sich keine Sorge um die Zukunft machen muß, noch einen drauf, bevor sie sich mit dem Rumba mit „Quien Sera“ (Luis Demetrio and Pablo Beltrán Ruiz ), vom Publikum frenetisch gefeiert, von der Bühne verabschiedeten.

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Wie konnte es anders sein, als daß das Hauptorchester zu Beginn seines Nena-Medleys „99 Luftballons“, aber nicht "Irgendwo, irgendwie, irgendwann“, sondern aus dem Schulhof der Grundschule, der sich als wunderbarer, schattiger, Luft durchflossener Veranstaltungsort entpuppte, aufstiegen ließen. „Leuchtturm“ und „Nur geträumt“ komplettierten den Reigen der Nena - Lieder und für den Zuhörer war alles so, wie er es mag. Ganz ohne sarkastischen Unterton hätte er in „Es geht mir gut“ einstimmen können, bei dem der weit über die Region hinaus bekannte Sänger und Guitarrist Christian Leuchtner als „Special Guest“ Marius Müller-Westernhagen seine Rockröhre lieh. Mit „Sexy“, „Freiheit“, „Laß uns leben“ nahmen der Musikverein und sein Sänger die Zuhörer mit auf eine begeisternde Tour durch die Diskographie der deutschen Rockgröße. Es war gar keine Frage, daß Christian Leuchtner kein Pfefferminz braucht, um mit seiner Stimme der Prinz des Iffezheimer „Rock Orchestra“ zu sein.

Die verletzlichen, unersetzlichen Männer entströmten dem tiefen Blech, als sich der Musikverein dem Œuvre Herbert Grönemeyers zu wandte. Die Orchestersätze gaben den Solisten des Musikvereins Raum, mit ihrem Können das Publikum zu begeistern, wie Matthias Lang mit seinem grandiosen Saxophonsolo bei „Mensch“, während Benedict Zoller bei "Mambo“ am Schlagzeug brillierte.

Mit „Let's Swing“ nahm der Musikverein die Zuhörer ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück, wobei die Klassiker „Have You Met Miss Jones“ und „Beyond The Sea“ (La Mer) in der Interpretation von Robbie Williams topaktuell sind und dem swingenden Bariton Christian Leuchtners quasi auf die Stimmbänder geschrieben sind. Matthias Lang drehte am Saxophon voll auf, als sich Leuchnter als „James – The Sex Machine – Brown“ durch „I feel Good!“ röhrte und die Stimmung des Publikums genau traf. So war es auch nicht verwunderlich, daß das „Hodehodehodehodehodehodeho“ aus „Minnie The Moocher“ im Schulhof ein mitreißendes Echo fand.

Mit „Bohemian Rapsody“ leitete das äußerst gut aufgelegte und von Philipp Zink auf den Punkt vorbereitete Orchester Queens „Greatest Hits“ ein. Dem lyrischen Beginn folgte aus dem tiefen Blech der zornige Rhythmus zu „Another One Bites The Dust“. Natürlich durfte das kleine, verrückte Ding, genannt Liebe nicht fehlen und mit „We Will Rock You“ hielt der Musikverein einmal mehr, was er für diesen Abend versprochen hatte. Dafür durften sich die Musiker zurecht als Champions feiern lassen, wie der tosende Applaus der begeisterten Zuhörer bestätigte.

Frei wie der Adler über den Bergen zogen Christian Leuchtner und der Musikverein mit „Up Where We Belong“ (Joe Cocker, Jennifer Warnes) die Lauschenden in ihren Bann. Kaum vorstellbar, daß die Hammond – Orgel beim Vorspiel zu "With A Littel Help From My Friends“ noch zu toppen ist, aber die Querflöte des MVI gab dem Lied etwas ganz, ganz Spezielles mit dem Leuchtner zum Höhenflug mit seinen Freunden vom Musikverein ansetzte, der mit dem für Blasmusik wie geschaffenen „You Can Keep Your Hat On“ endete.

Das abschließende Robbie-Williams-Medley „Let Me Entertain You“ riß die Zuhörer endgültig von den Sitzen und ließ sie nach Mehr rufen. Die Zugabe „Hinterm Horizont (geht’s weiter)“ (Udo Lindenberg), die gerne als Versprechen genommen werden durfte, endete in stehenden Ovationen, so daß Christian Leuchtner noch einmal das Lied um die kleine Schnorrerin „Minnie“ anstimmen mußte, in das das Publikum nochmals gerne mit einstimmte.

Ein wahrlich überzeugende Premiere war dem Musikverein mit diesem Open Air Konzert gelungen, die nach den Kommentaren der Zuhörer eindeutig eine Fortsetzung verlangt.

 

 
Euer Kommentar an Matthias

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